Elektronik · 5 Min. Lesezeit · 22.09.2026
Powerbank und USB-C-Ladegerät: Watt, Power Delivery und die Zahlen, die wirklich zählen
20.000 mAh sind nicht 20.000 mAh, und 65 Watt laden nicht jedes Gerät schnell. Wie du Ladegeräte und Powerbanks richtig vergleichst.
Von Kerem Özkan
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Fast alle Geräte laden inzwischen über USB-C, aber nicht jedes Ladegerät lädt jedes Gerät schnell. Zwei Standards entscheiden: USB Power Delivery (PD) und die Leistung in Watt, die pro Anschluss tatsächlich ankommt.
Ladegeräte: Watt pro Port, nicht gesamt
Ein 65-Watt-Ladegerät mit drei Anschlüssen verteilt die Leistung, sobald mehrere Geräte hängen. Im Datenblatt steht, wie sich die Watt aufteilen. Wichtige Richtwerte:
- 20 bis 30 W: Smartphone und Kopfhörer, schnell genug für alle aktuellen Handys.
- 45 W: Tablets, kleine Notebooks, die meisten Handys mit Schnellladen.
- 65 W: 13- bis 14-Zoll-Notebooks und alles darunter. Der Allrounder für die Tasche.
- 100 W und mehr: 16-Zoll-Notebooks und Gaming-Geräte, oft mit zwei Notebooks gleichzeitig.
GaN-Ladegeräte sind bei gleicher Leistung deutlich kleiner und kühler als klassische Netzteile und heute die richtige Wahl.
Power Delivery und PPS
USB PD ist der Standard, den Notebooks, Tablets und die meisten Smartphones sprechen. Für Samsung-Geräte bringt zusätzlich PPS das volle Schnellladen. Eigene Standards einzelner Hersteller (etwa bei manchen Android-Marken) laden mit Fremdgeräten nur mit Grundgeschwindigkeit.
Kabel: Das übersehene Teil
Ab 60 Watt braucht es ein Kabel, das für 100 oder 240 Watt ausgelegt ist (E-Marker-Chip). Billige Kabel begrenzen auf 60 Watt oder weniger. Für Daten und Bild zählt zusätzlich der Datenstandard: Ein reines Ladekabel überträgt kein Video zum Monitor.
Powerbanks: Kapazität ehrlich rechnen
Die Angabe in Milliamperestunden bezieht sich auf die Zellenspannung. Nach Wandlungsverlusten kommen etwa 60 bis 70 Prozent beim Gerät an: Eine 10.000-mAh-Powerbank lädt ein Smartphone mit 5000 mAh etwa 1,3-mal, nicht zweimal. Wattstunden (Wh) sind die ehrlichere Angabe und für Flugreisen relevant: Bis 100 Wh (rund 27.000 mAh) darf die Powerbank ins Handgepäck, darüber nur mit Genehmigung.
- 5.000 bis 10.000 mAh: Tagesreserve für das Smartphone, leicht.
- 20.000 mAh: mehrere Ladungen oder ein Notebook einmal, aber 400 bis 500 Gramm schwer.
- Notebook-Powerbanks brauchen mindestens 45, besser 65 Watt Ausgang per PD.
Ein eingebautes Kabel oder ein integrierter Netzstecker sparen Teile in der Tasche.
Sicherheit
Nur Geräte mit CE-Kennzeichnung und Überhitzungsschutz kaufen, keine Namenlosen ohne Impressum. Powerbanks nicht im heißen Auto lassen und nicht bei Schäden am Gehäuse weiterverwenden.
Worauf achten bei Angeboten
- Bei Mehrfach-Ladegeräten die Leistungsverteilung bei gleichzeitiger Nutzung prüfen.
- Bei Powerbanks die Wattstunden und die Ausgangsleistung pro Port vergleichen, nicht nur die mAh.
- Kabel mit Leistungsangabe (100 W / 240 W) kaufen, sonst bremst das Kabel das Notebook.
Unsere Empfehlung
Für die Tasche: ein 65-Watt-GaN-Ladegerät mit zwei USB-C-Ports und ein 100-Watt-Kabel. Für unterwegs: eine 10.000-mAh-Powerbank mit 20 bis 30 Watt Ausgang, für Notebook-Tage eine 20.000-mAh-Version mit 65 Watt.


